Gibt es eine Wettervorhersage für den Weltraum?

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Sonnenstürme können Probleme auf der Erde provozieren, indem sie etwa die Telekommunikation stören. Die NASA arbeitet daran, die irdischen Auswirkungen des Weltraumwetters besser voraussagen zu können.

(Text: Minerva Fois)

Für das Wetter im All sorgt in unseren astronomischen Gefilden vor allem die Sonne: Schon in ruhigen Zeiten bläst uns auf der Erde unablässig ein Sonnenwind aus geladenen Teilchen entgegen. Normalerweise wird dieser vom Erdmagnetfeld umgelenkt; es umgibt die Erde wie eine Hülle. Manchmal allerdings, zum Beispiel nach einer gewaltigen Sonneneruption, schwillt der Teilchenausstoß zu einem regelrechten Sturm an. Dann kann es auf der Erde zu Störungen und Schäden an elektronischen Geräten kommen – zum Beispiel an der Bordelektronik von Flugzeugen oder Satelliten. Auch die Gesundheit von Astronauten ist in Gefahr.

Weltraumwetterdaten werden ständig aktualisiert

Raumfahrtbehörden wie Nasa und Esa überwachen darum die Aktivität der Sonne mit Raumsonden wie »Soho« und »SDO«. Den Zustand des Erdmagnetfelds behalten Satelliten im Auge, etwa die des Projekts »Cluster« von Nasa und Esa. Viele Weltraumwetterdaten werden ständig aktualisiert, unter anderem mit Daten zu Geschwindigkeit und Teilchendichte des Sonnenwinds.

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Der Satellit »Soho« erforscht die Sonne seit 1995 Foto (C): ESA / NASA

Doch da eine Teilchenwolke, die bei einer Sonneneruption ins All katapultiert wird, die Erde ein bis zwei Tage später erreicht, liegt in diesem Bereich auch die maximale Vorwarnzeit. Bis jetzt jedenfalls. Die für 2025 geplante Lagrange5-Mission der europäischen Raumfahrtbehörde Esa wird einen Satelliten rund 400 000 Kilometer von der Erde entfernt positionieren. Von dort aus lassen sich die Ausbrüche sozusagen von der Seite aus beobachten. Das stellt eine wertvolle Ergänzung zur bisherigen »Draufsicht« dar. Der Vorhersagezeitraum ließe sich auf diese Weise auf vier Tage steigern, sagt Juha-Pekka Luntama, Weltraumwetterexperte der Esa.

Der Text ist in P.M. Fragen & Antworten Ausgabe 11/2020 erschienen.

Sarah arbeitet als Wissenschaftsjournalistin, unter anderem für „P.M.“ und „National Geographic“. Zum Journalismus kam sie über ihr Studium Modejournalismus/Medienkommunikation in München und Berlin. Auf ihrem beruflichen Weg sammelte sie auch Erfahrungen im Bereich Film und Fernsehen sowie im Marketing. Ihre Interessen liegen vor allem im Tierschutz, Feminismus und in der Kunst – und natürlich im Entdecken von spannenden Geschichten.