Sonnenstürme: Eine unsichtbare Bedrohung aus dem All

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Foto: Alla // Adobe Stock
Wie Sonnenstürme entstehen und die technisierte Welt beeinflussen: Geomagnetische Stürme, Auswirkungen und historische Ereignisse.

Sonnenstürme, auch als geomagnetische Stürme bekannt, sind beeindruckende Naturereignisse, die das Potenzial haben, erhebliche Auswirkungen auf das alltägliche Leben auf der Erde zu haben. Diese kosmischen Ereignisse, die von der Sonne ausgehen, können alles von wunderschönen Polarlichtern bis zu Störungen unserer technologischen Infrastruktur verursachen.

Der Ursprung der Sonnenstürme ist Sonnenaktivität

Sonnenstürme beginnen mit Sonnenaktivitäten, die als koronale Massenauswürfe (CMEs) bezeichnet werden. Diese treten auf, wenn große Mengen an Plasma und magnetischen Feldern von der Sonne ausgeschleudert werden. CMEs entstehen durch heftige Störungen im Magnetfeld der Sonne. An der Sonnenoberfläche, in der sogenannten Konvektionszone, einer etwa 21.000 Kilometer tiefen Schicht, zirkulieren Plasmaströme mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten, die starke Magnetfelder erzeugen. Wenn diese Magnetfelder kollidieren und sich entladen, resultieren daraus gewaltige Explosionen.

Diese Explosionen schleudern Milliarden Tonnen geladener Teilchen ins All, die mit Geschwindigkeiten von bis zu 3000 Kilometern pro Sekunde Richtung Erde rasen. Eine solche Welle energiereicher Teilchen trifft in der Regel innerhalb von 1–3 Tagen auf unsere Erde und kann geomagnetische Stürme auslösen.

Auswirkungen der Sonnenstürme sind vielfältig

Wenn die energiereichen Partikel und solaren Winde auf das Erdmagnetfeld treffen, können sie dieses stark beeinträchtigen. Abhängig von der Intensität des Sonnensturms kann dies eine Reihe von Auswirkungen haben:

  1. Schöne Himmelserscheinungen: Die wohl bekanntesten und visuell beeindruckendsten Effekte eines Sonnensturms sind die Polarlichter (Aurora Borealis und Aurora Australis). Diese leuchten in prächtigen Farben und sind in der Nähe der Pole sichtbar.
  1. Technologische Störungen: Sonnenstürme können erhebliche Störungen in unserer technologischen Infrastruktur verursachen. Dazu gehören:
  • Satellitenausfälle: Kommunikation und Navigation können gestört oder unterbrochen werden.
  • Stromnetzausfälle: Starke geomagnetische Stürme können Transformatoren schädigen und weitreichende Stromausfälle verursachen.
  • Radiostörungen: HF-Kommunikation kann beeinträchtigt werden, was sich auf den Flugverkehr und militärische Operationen auswirken kann.
  • Affektionen der Elektronik: Geräte auf der Erdoberfläche können durch induzierte Ströme beschädigt werden.

Ein berüchtigtes Ereignis ist das Carrington-Ereignis von 1859, benannt nach dem Astronomen Richard Carrington, der damals die Sonnenflecken beobachtete und die darauffolgende Störung dokumentierte. Während dieses Ereignisses leuchteten die Polarlichter so hell, dass sie sogar in Regionen wie Kuba und Hawaii sichtbar waren. Zeitgenossen berichteten, dass es in den Rocky Mountains so hell war, dass Menschen bei Nacht Zeitung lesen konnten. Telegrafensysteme fielen weltweit aus und es kam zu elektrischen Entladungen an den Telegrafendrähten.

Moderne Überwachung und Vorsorge als präventive Maßnahme

Heutzutage sind Wissenschaftler besser darauf vorbereitet, Sonnenstürme zu überwachen und ihre potenziellen Auswirkungen zu mindern. Raumsonden und Satelliten wie das Solar and Heliospheric Observatory (SOHO) und die Parker Solar Probe sammeln kontinuierlich Daten über die Sonnenaktivität. Durch die Analyse dieser Daten können Wissenschaftler Vorhersagen über bevorstehende Sonnenstürme treffen.

Regierungsbehörden und Energieversorger arbeiten daran, die Widerstandsfähigkeit kritischer Infrastrukturen zu erhöhen. Pläne zur Härtung von Satelliten, Stromnetzen und anderen empfindlichen Systemen sind in Entwicklung. Für den Fall eines bevorstehenden Sonnensturms können präventive Maßnahmen wie das Abschalten von Transformatoren oder das Anpassen der Satellitenbahnen ergriffen werden.

Sarah arbeitet als Wissenschaftsjournalistin, unter anderem für „P.M.“ und „National Geographic“. Zum Journalismus kam sie über ihr Studium Modejournalismus/Medienkommunikation in München und Berlin. Auf ihrem beruflichen Weg sammelte sie auch Erfahrungen im Bereich Film und Fernsehen sowie im Marketing. Ihre Interessen liegen vor allem im Tierschutz, Feminismus und in der Kunst – und natürlich im Entdecken von spannenden Geschichten.