Der höchste Berg der Welt: Wie hoch kann er werden?

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Der höchste Berg der Welt
Foto: blas // Adobe Stock
Der Mount Everest ist der höchste Berg der Welt. Doch wie hoch können Berge eigentlich maximal werden und welche Faktoren beeinflusst das?

Der Mount Everest, ein Gigant unter den Gipfeln, ragt mit seiner schwindelerregenden Höhe von 8.849 m in den Himmel und markiert nicht nur den höchsten Berg der Welt, sondern auch den höchsten Punkt unseres Planeten Erde. Gelegen an der Grenze zwischen Nepal und dem autonomen Gebiet Tibet in China ist der Everest mehr als nur ein Berg; er ist ein Symbol für menschliche Herausforderung und Ausdauer.

Benannt nach dem britischen Landvermesser George Everest, der im 19. Jahrhundert wesentliche Kartierungen in der Region durchführte, wurde der Gipfel erstmals 1953 von dem neuseeländischen Bergsteiger Sir Edmund Hillary und seinem Sherpa Bergführer Tenzing Norgay bezwungen. Diese historische Erstbesteigung symbolisierte einen entscheidenden Moment in der Geschichte der menschlichen Abenteuer und hat seither Tausende Kletterer angezogen, die sich der Herausforderung des Aufstiegs stellen wollen.

Der Mount Everest wurde erstmals 1953 bezwungen

Der Everest ist Teil des Himalaja-Gebirges, das sich durch die Kollision der Indischen und der Eurasischen tektonischen Platte vor etwa 50 Millionen Jahren bildete. Die fortwährende Tektonik führt dazu, dass der Berg allmählich weiterwächst. Das Klima auf dem Mount Everest ist extrem und gefährlich. Die Höhenlage führt zu einer dünnen Luftschicht mit niedrigem Sauerstoffgehalt, was das Atmen erschwert. Zudem herrschen eisige Temperaturen, die oft unter –30 Grad Celsius fallen, und stürmische Winde, die als Jetstream bekannt sind und Geschwindigkeiten von über 200 km/h erreichen können.

Trotz dieser Bedingungen ist der Everest Heimat für eine Vielfalt von Tieren, darunter einige Vogelarten, die sich an das raue Hochgebirgsklima angepasst haben. Die Flora besteht vorwiegend aus robusten, niedrig wachsenden Pflanzen, die nahe der Baumgrenze gedeihen. Ferner nimmt die Region eine Schlüsselrolle für die Wasserversorgung in Asien ein, da sie als Wasserscheide für mehrere große Flüsse dient.

Für viele Bergsteiger und Abenteuerlustige ist die Expedition zum Everest der Höhepunkt ihrer Karriere. Die Besteigung wird über zwei Hauptwege unternommen: den Südostgrat aus Nepal und den Nordgrat aus Tibet. Der Weg zum Basislager ist bereits ein abenteuerliches Trekking, das durch malerische Landschaften und die einzigartige Kultur der Sherpas führt. Doch der Aufstieg birgt zahlreiche Gefahren wie Gletscherspalten, Lawinen, Kälte und die Höhenkrankheit. Deshalb muss die Besteigung sorgfältig geplant werden und bedarf einer umfangreichen Akklimatisierung.

Wie hoch kann der höchste Berg der Welt werden?

Die maximale Höhe, die ein Berg erreichen kann, wird weniger durch eine feste Zahl begrenzt, sondern durch verschiedene physikalische Faktoren und Eigenschaften der Erdkruste. Die Theorie der Isostasie spielt hierbei eine wichtige Rolle. Sie besagt, dass die Höhe eines Berges durch das Gleichgewicht zwischen der Schwerkraft, die ihn nach unten zieht, und dem Auftrieb bestimmt wird, den die darunterliegende Erdkruste erfährt. Je schwerer der Berg ist, desto stärker sinkt er in die Erdkruste ein. Bergmassive wie beispielsweise der Mount Everest sind nicht nur oberhalb, sondern auch unterhalb der Meeresoberfläche riesig. Der Berg drückt die Erdkruste in sich hinein und beeinflusst somit auch die Topografie der Umgebung.

Geophysiker haben theoretisiert, dass Berge auf der Erde im Bereich von etwa 10 Kilometern ihre maximale Höhe erreichen könnten. Bei größeren Höhen würde das Gestein unter dem enormen Druck und Gewicht beginnen zu schmelzen oder zu fließen, was die Struktur des Berges instabil machen würde. Die genaue Geschwindigkeit dieses „Absinkens“ oder „Abtragens“ hängt von verschiedenen Faktoren wie dem Gesteinstyp, tektonischer Aktivität, Erosion und dem Klima ab. Der aktuell höchste Berg der Welt, der Mount Everest, liegt mit seiner Höhe bereits nahe an dieser theoretischen Höchstgrenze. Doch auch seine Höhe kann sich leicht verändern durch tektonische Aktivitäten, Erosion und andere Prozesse der Erdkruste. Letztlich bestimmt das Zusammenspiel all dieser Kräfte, wie hoch Berge werden können, bevor sie unter ihrem eigenen Gewicht zusammenbrechen oder durch Erosion abgebaut werden. 

Übrigens: Ab welcher Höhe der Berg in sich zusammen sackt, unterscheidet sich je nach Planet. Auf dem leichteren Mars mit seiner schwächeren Anziehungskraft lasten Bergmassen weniger stark auf dem Untergrund – seine höchste Erhebung, der Olympus Mons, erreicht enorme 22 Kilometer Höhe.

Sarah arbeitet als Wissenschaftsjournalistin, unter anderem für „P.M.“ und „National Geographic“. Zum Journalismus kam sie über ihr Studium Modejournalismus/Medienkommunikation in München und Berlin. Auf ihrem beruflichen Weg sammelte sie auch Erfahrungen im Bereich Film und Fernsehen sowie im Marketing. Ihre Interessen liegen vor allem im Tierschutz, Feminismus und in der Kunst – und natürlich im Entdecken von spannenden Geschichten.