Neue ICCG Studie: Globale Erwärmung und Kohlenstoffbudget

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Die globale Erwärmung steigt weiter an. Neue Zahlen zeigen erneut, wie menschengemachte Rekordtemperaturen dem Planeten schaden.

Nachdem über ein Jahr lang jeden Monat neue Rekordtemperaturen gemeldet wurden, gibt es nun weitere Zahlen über den Klimawandel: Der Mai 2024 war der zwölfte Monat in Folge, in dem die Temperaturen eine neue Spitze erreicht haben, so der EU-Klimawandeldienst Copernicus.

Und auch die vom Menschen verursachte globale Erwärmung schreitet derzeit mit einer alarmierenden Rate von 0,26 °C pro Jahrzehnt voran – die höchste Rate seit Beginn der Aufzeichnungen. Dies geht aus neuesten Forschungsergebnissen hervor, die von über 50 führenden internationalen Wissenschaftlern erarbeitet wurden und im Bericht  „Indicators of Global Climate Change“ (IGCC) veröffentlicht.

Globale Erwärmung steigt weiter an: 12 Monate Rekordtemperaturen

Laut dem zweiten Jahresbericht zeigt sich ein deutlicher Anstieg der vom Menschen verursachten Erwärmung: Im letzten Jahrzehnt (2014–2023) stieg sie auf 1,19 °C, verglichen mit 1,14 °C im Zeitraum 2013–2022. Ein besonders beunruhigender Aspekt ist die Erwärmung im Jahr 2023, die durch menschliche Aktivitäten auf 1,3 °C stieg. Diese Zahl verdeutlicht, dass in kürzester Zeit weitere bedrohliche Schwellen überschritten werden könnten.

Die Gesamterwärmung im Jahr 2023 lag sogar bei 1,43 °C. Dies deutet darauf hin, dass die natürliche Klimavariabilität, insbesondere das Wetterphänomen El Niño, ebenfalls eine Rolle bei den Rekordtemperaturen dieses Jahres spielte. Dennoch bleibt der menschliche Beitrag zur Erwärmung unverkennbar hoch und besorgniserregend.

Kohlenstoffbudget reicht laut Analyse nur noch fünf Jahre

Die Analyse des Berichts zeigt auch auf, dass das verbleibende Kohlenstoffbudget, also die Menge an Kohlendioxid, die wir noch ausstoßen können, bevor die globale Erwärmung auf 1,5 °C begrenzt wird, nur noch rund 200 Gigatonnen beträgt. Das entspricht etwa den aktuellen Emissionen von fünf Jahren.

Bereits im Jahr 2020 berechnete der zwischenstaatliche Ausschuss für Klimaänderungen (IPCC), dass das verbleibende Kohlenstoffbudget für 1,5 °C zwischen 300 und 900 Gigatonnen Kohlendioxid liegt, wobei die zentrale Schätzung bei 500 Gigatonnen lag. Seitdem haben die CO₂-Emissionen und die globale Erwärmung jedoch weiter zugenommen. Anfang 2024 betrug das verbleibende Kohlenstoffbudget für 1,5 °C nur noch 100 bis 450 Gigatonnen, wobei die zentrale Schätzung bei 200 Gigatonnen lag.

Sarah arbeitet als Wissenschaftsjournalistin, unter anderem für „P.M.“ und „National Geographic“. Zum Journalismus kam sie über ihr Studium Modejournalismus/Medienkommunikation in München und Berlin. Auf ihrem beruflichen Weg sammelte sie auch Erfahrungen im Bereich Film und Fernsehen sowie im Marketing. Ihre Interessen liegen vor allem im Tierschutz, Feminismus und in der Kunst – und natürlich im Entdecken von spannenden Geschichten.