Marie Juchacz

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Waghalsige Pioniere, unbekannte Lebensretter oder bedeutende Forscherinnen: Wir haben sie nicht vergessen und stellen die historischen Persönlichkeiten vor
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Die Politikerin und Frauenrechtlerin Marie Juchacz

„Meine Herren und Damen!“ Diese Anrede löste am 19. Februar 1919 große Heiterkeit im deutschen Reichstag aus. Doch Marie Juchacz (1879–1956) aus Landsberg an der Warthe fuhr ungerührt mit ihrer Rede fort. Denn es war ein historischer Moment: Juchacz hielt die erste Parlamentsrede einer Frau hierzulande überhaupt. Nach ihrer Scheidung zog sie 1906 nach Berlin. Dort kämpfte sie für die Frauenrechte, trat 1908 in die SPD ein, stieg in den Parteivorstand auf und wurde in die Weimarer Nationalversammlung gewählt.

Frauenrechte und noch mehr

1919 gründete sie die Arbeiterwohlfahrt (AWO) mit, um die Not nach dem Ersten Weltkrieg mit Nähstuben, Mittagstischen und Beratungsstellen zu lindern. Unter ihrem Vorsitz baute die AWO ihr Angebot deutschlandweit aus. Während des Zweiten Weltkriegs emigrierte sie in die USA und kehrte 1949 nach Deutschland zurück. Kaum angekommen, machte sie für die AWO da weiter, wo sie aufgehört hatte: Menschen zu helfen.

Sarah arbeitet als Wissenschaftsjournalistin, unter anderem für „P.M.“ und „National Geographic“. Zum Journalismus kam sie über ihr Studium Modejournalismus/Medienkommunikation in München und Berlin. Auf ihrem beruflichen Weg sammelte sie auch Erfahrungen im Bereich Film und Fernsehen sowie im Marketing. Ihre Interessen liegen vor allem im Tierschutz, Feminismus und in der Kunst – und natürlich im Entdecken von spannenden Geschichten.