Britische Monarchie: Geschichte, Herausforderungen und Zukunftsaussichten

von
britische Monarchie
Foto: jessicagirvan // Adobe Stock
Obwohl die britische Monarchie seit vielen Jahrhunderten besteht, steht sie immer mehr in der Kritik - vor allem bei der jüngeren Generation.

Die britische Monarchie lässt sich bis in die Angeln- und Sächsischen Könige zurückverfolgen, doch ihre moderne Form nahm mit der Einführung der konstitutionellen Monarchie nach der Glorious Revolution von 1688 Gestalt an. Dies legte den Grundstein für das Parlament als zentrales gesetzgebendes Organ, während die Monarchen allmählich zu repräsentativen Staatsoberhäuptern wurden.

Im 19. Jahrhundert erweiterte der Einfluss der britischen Krone ihre Reichweite über den Globus. Unter Königin Victoria, die bezeichnenderweise den Titel „Kaiserin von Indien“ trug, erreichte das British Empire seine größte Ausdehnung. Nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Verlust von Kolonien erlebte die Monarchie jedoch eine stetige Verringerung ihres politischen Einflusses, während Großbritannien zu einem modernen demokratischen Staat wurde.

Moderne Rollen im Königshaus

Die heutige Monarchie, unter der Führung von König Charles III., spielt primär zeremonielle und symbolische Rollen. Sie soll Stabilität und Kontinuität verleihen und steht im Mittelpunkt staatlicher Anlässe, wobei die tatsächliche politische Macht beim Parlament und gewählten Vertretern liegt. Die Royals engagieren sich in wohltätigen Organisationen und repräsentieren das Vereinigte Königreich auf internationaler Bühne.

Trotz der hohen Zustimmung in manchen Bevölkerungskreisen sieht sich die britische Monarchie zunehmend mit Kritik konfrontiert. Diese richtet sich hauptsächlich gegen die mit ihr verbundenen Kosten, die mitunter als Last für die öffentlichen Kassen und als unpassend in einer Gesellschaft, die auf Chancengleichheit abzielt, angesehen werden. Einige sehen in der erblichen Übertragung der königlichen Macht einen Widerspruch zu den Prinzipien einer modernen Demokratie, und es bestehen Zweifel an der Fähigkeit der Monarchie, sich in einer zunehmend pluralistischen Gesellschaft als relevant zu behaupten. Persönliche Skandale haben wiederholt zu negativer Presse geführt, während Sticheleien über politischen Einfluss Fragen zur tatsächlichen Neutralität der Royals aufwerfen. Zudem trägt die Monarchie die Last ihres kolonialen Erbes, was besonders in den Ländern des Commonwealth kritisch gesehen wird. Diese Begleitumstände bilden den Kern einer breiten Debatte über die Notwendigkeit von Reformen und die künftige Rolle der Monarchie in einem sich rasant verändernden globalen Kontext.

Die britische Monarchie und ihr staatliches Vermögen

Wie reich die britische Monarchie wirklich ist, lässt sich aber nur vermuten. Zumindest über ein stattliches Vermögen verfügt die Königsfamilie tatsächlich. Denn öffentliche Dokumente mit offiziellen Zahlen gibt es nur wenige. Fest steht, dass König Charles III. von seiner Mutter ein beträchtliches Vermögen erbt. Das Wirtschaftsmagazin „Forbes“ schätzt es auf etwa 430 Millionen Pfund, knapp 500 Millionen Euro. Steuern muss er dafür nicht bezahlen.

Vereinbart wurde schon 1993 mit der Regierung von John Major, dass keine Steuern auf eine Erbschaft anfallen, die von Monarch zu Monarch übergeht. Es gibt zum einen die Monarchie als Institution, zu deren Besitztümern Ländereien und Immobilien gehören, aber auch Offshore-Windparks, Einkaufszentren und Gemäldesammlungen. Die Betriebskosten für die Besitztümer zahlt hauptsächlich der Crown Estate, die Verwaltungsgesellschaft der königlichen Güter.

Den Gesamtwert dieses Vermögens schätzen Experten auf etwa 15 Milliarden Pfund, gut 17 Milliarden Euro. Die Crown-Estate-Gewinne fließen in die britische Staatskasse. Einen Teil davon erhält das Königshaus als jährliche Zahlung, um die offiziellen Aufgaben der Monarchie zu finanzieren, meist um die 15 Prozent. Das Vermögen des Crown Estate zählt also nicht zum Privatbesitz der Königsfamilie.

Dafür dürfen die Ländereien des Herzogtums Cornwall als ihr Eigen angesehen werden. Ihr Wert wird 1,2 Milliarden Euro geschätzt. Zuletzt erwirtschafteten sie einen Überschuss von etwa 23 Millionen Pfund im Jahr, umgerechnet 26 Millionen Euro. Cornwall ist im Besitz von Prinz William, während das Herzogtum Lancaster, geschätzt 0,75 Milliarden Euro wert, Privatbesitz des aktuell regierenden Monarchen ist, also Charles III. gehört. Im vergangenen Jahr soll der Gewinn vor Steuern bei 24 Millionen Pfund, gut 27 Millionen Euro, gelegen haben. Aus diesen Gewinnen werden auch andere Mitglieder der Königsfamilie mitfinanziert.

Sarah arbeitet als Wissenschaftsjournalistin, unter anderem für „P.M.“ und „National Geographic“. Zum Journalismus kam sie über ihr Studium Modejournalismus/Medienkommunikation in München und Berlin. Auf ihrem beruflichen Weg sammelte sie auch Erfahrungen im Bereich Film und Fernsehen sowie im Marketing. Ihre Interessen liegen vor allem im Tierschutz, Feminismus und in der Kunst – und natürlich im Entdecken von spannenden Geschichten.