Rosa Diamanten und ihre spannende Entstehungsgeschichte

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rosa Diamanten
Foto: Narong Niemhom // Adobe Stock
Woher kommen rosa Diamanten und wieso sind sie überhaupt rosa? Die bunten Glitzersteine sind besonders wertvoll und beispielsweise seltener als die weißen.

Diamanten kommen aus dem Erdinnern – so viel ist klar. Es handelt sich dabei um Kohlenstoff, der zu kompakten Kristallen, also zu Diamanten, verdichtet wurde. Die Substanz ist die gleiche wie der Grafit unserer Bleistiftmine. Aber eben in einem anderen Zustand, für den das Element in 500 Kilometer Tiefe vorliegen muss, wo der Druck entsprechend hoch ist. An den meisten Stellen der Erdkugel ist der Erdmantel dort bereits zähflüssig. An den Wurzeln der großen Kontinentalplatten jedoch, »Kratone« genannt, reicht auch das feste Gestein bis in diese Tiefe. Doch wie gelangen Diamanten von dort unten an die Oberfläche und wieso sind manche von ihnen farbig, zum Beispiel rosa?

Rosa Diamanten sind besonders selten – doch woher kommen sie?

90 Prozent aller rosa Diamanten kommen aus der Argyle-Diamantenmine im Nordwesten Australiens. Bis zu der Stilllegung im Jahr 2020 wurden hier die bunten und schillernden Kristalle ans Tageslicht gebracht. Wieso es dort allerdings so viele rosa Diamanten gab, warf immer wieder viele Fragen auf. Das haben nun Geologen und Geologinnen der Curtin University in Perth rekonstruiert und in der Fachzeitschrift „Nature Communications“ veröffentlicht. Ein großes Diamantenvorkommen findet sich normalerweise in Kratonen aufgrund des Vorkommens von festem Gestein. Krantone gibt es unter allen großen Kontinenten und sie reichen bis tief unter die Erde. Das Argyle-Vorkommen jedoch liegt genau zwischen zwei solchen Kratonen. Noch dazu findet sich dort kein Kimberlit, ein diamantenreiches Mineral. Im Gegensatz zu anderen Minengebieten hat die Argyle also eigentlich keine besonders guten Voraussetzungen für Diamanten. Doch trotzdem wurden hier ganz besondere Exemplare gefunden.

Vulkane sind maßgeblich verantwortlich für rosa Diamanten

Argyle liegt in einer Region, wo vor 1,8 Milliarden Jahren zwei große Landmassen, die Kimberley-Region und der Rest Nordaustraliens, aufeinandertrafen. Dabei wurde oberflächennaher Kohlenstoff zunächst mit dem im Erdmantel versinkenden Gestein in die Tiefe gedrückt und dort zu Diamant komprimiert. Danach kamen seitliche Bewegungen hinzu, deren Druck an den Kristallgittern der Diamanten zerrte. Dadurch entstanden die verschiedenen Farbeindrücke: Je nachdem, wie die Gitter verformt sind, brechen sie einfallendes Licht in unterschiedlichen Winkeln und sorgen so für eine andere Farbe. Die Besonderheit bei Argyle liegt auch darin, dass die zusammengepressten Landmassen, der Nuna-Superkontinent, vor 1,3 Milliarden Jahren wieder auseinanderzubrechen begannen. Nun wurde das Tiefengestein in der Region wieder stark gedehnt. Dadurch entstanden Risse in der Erdkruste, durch die das glühend heiße Magma aus dem Erdmantel aufsteigen konnte, wobei es umliegendes festes Gestein mit in die Höhe beförderte. Mit anderen Worten: Vulkane haben neben anderen die rosafarbenen Diamanten an die Oberfläche gebracht. Die Geologen und Geologinnen fanden auch heraus, dass diese Entstehung etwa 100 Millionen Jahre früher passierte, als bisher angenommen.

Die berühmtesten rosa Diamanten der Geschichte

Einige der berühmtesten rosa Diamanten haben im Laufe der Geschichte eine faszinierende Reise hinter sich. Einer dieser außergewöhnlichen Edelsteine ist der „Pink Star“, ein atemberaubender 59,60 Karat schwerer rosa Diamant von exzellenter Reinheit und Farbe. Im Jahr 2017 erzielte dieser beeindruckende Edelstein bei einer Auktion einen rekordverdächtigen Preis von über 71 Millionen US-Dollar. Ein weiterer prominenter rosa Diamant ist der „Dresden Green“. Mit seinem lebendigen grünlich-rosa Farbton und einem Gewicht von etwa 40 Karat zählt er zu den größten bekannten natürlichen farbigen Diamanten. Dieses Juwel schmückt heute die „Grüne Gewölbe“ Ausstellung in Dresden und zieht Besuchende aus aller Welt an. Ein weiteres Meisterwerk ist der „Steinmetz Pink“, ein intensiv pinkfarbener Diamant mit ca. 59,60 Karat, welcher für seine Brillanz und ungewöhnliche Farbe berühmt ist. Ihre Seltenheit und ihre außergewöhnliche Schönheit machen sie zu begehrten Sammlerstücken und wertvollen Schmuckstücken wie Ohrringen, Ringen oder Anhängern. Ob als Verlobungsring oder Statement-Schmuckstück – rosa Diamanten sind definitiv ein Blickfang für jeden Anlass. Auch als Investment eignen sie sich durch ihre Seltenheit sehr gut.

Sarah arbeitet als Wissenschaftsjournalistin, unter anderem für „P.M.“ und „National Geographic“. Zum Journalismus kam sie über ihr Studium Modejournalismus/Medienkommunikation in München und Berlin. Auf ihrem beruflichen Weg sammelte sie auch Erfahrungen im Bereich Film und Fernsehen sowie im Marketing. Ihre Interessen liegen vor allem im Tierschutz, Feminismus und in der Kunst – und natürlich im Entdecken von spannenden Geschichten.