Müssen Wände „atmen“, um Schimmelbefall zu verhindern?

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Schimmelbefall
Foto: Bigy // Adobe Stock
Ein Bett oder ein Regal an der Wand und schon schimmelt die Tapete: Müssen Wände "atmen", um Schimmelbefall zu verhindern?

Es ist ein weitverbreitetes Missverständnis, dass Wände „atmen“ müssen, um Schimmelbefall zu verhindern. Wände selbst müssen nicht „atmen“, aber es ist wichtig, dass Gebäude eine angemessene Belüftung haben und Feuchtigkeit effektiv kontrolliert wird.

Schimmel entsteht in Innenräumen hauptsächlich durch zu hohe Feuchtigkeit. Diese kann viele Ursachen haben, wie Kondensation, die durch Wärmebrücken an schlecht oder nicht isolierten Wänden entsteht, oder durch Nässe von außen, beispielsweise wegen undichter Dächer oder Wände. Auch alltägliche Aktivitäten wie Duschen, Kochen oder Wäsche trocknen, erhöhen die Raumfeuchtigkeit.

Wichtig für die Verhütung von Schimmelbefall ist daher:

  1. Eine gute Isolierung, die verhindert, dass warme Innenluft an kalten Wänden kondensiert.
  1. Ausreichende Lüftung, um feuchte Luft nach außen zu transportieren und trockene Luft hereinzubringen. Regelmäßiges und richtiges Stoßlüften kann hier schon helfen.
  1. Eine angemessene Beheizung der Räume, um eine gleichmäßig warme Wandoberfläche zu gewährleisten.
  1. Vermeidung von direktem Kontakt nasser Gegenstände mit Wänden.
  1. Reparatur von undichten Stellen in der Gebäudehülle, um Feuchtigkeitseintritt von außen zu verhindern.
  1. Bei Bedarf, Verwendung von Entfeuchtern oder ähnlicher Ausrüstung, um die Luftfeuchtigkeit zu reduzieren.

Bei der Konstruktion neuer Gebäude oder bei der Sanierung alter Bausubstanz achtet man deshalb darauf, dass eine Dampfbremse oder Dampfsperre eingebaut wird, um die Feuchtigkeit aus dem Wohnraum zu regulieren. Dabei sollte aber das Eindringen von zu viel Feuchtigkeit in die Wandkonstruktionen vermieden werden.

Wenn in diesem Sinne von einer „atmenden“ Wand gesprochen wird, bezieht man sich eher auf die Fähigkeit der Wandkonstruktion, Feuchtigkeitsdurchgang zu ermöglichen, ohne dabei Nachteile wie Schimmelbefall mit sich zu bringen. Es ist also vielmehr eine Frage der Feuchtigkeitsregulierung als des tatsächlichen „Atmens“ im buchstäblichen Sinne.

Sarah arbeitet als Wissenschaftsjournalistin, unter anderem für „P.M.“ und „National Geographic“. Zum Journalismus kam sie über ihr Studium Modejournalismus/Medienkommunikation in München und Berlin. Auf ihrem beruflichen Weg sammelte sie auch Erfahrungen im Bereich Film und Fernsehen sowie im Marketing. Ihre Interessen liegen vor allem im Tierschutz, Feminismus und in der Kunst – und natürlich im Entdecken von spannenden Geschichten.