New Mexiko: Schwesternpezies von Tyrannosaurus Rex entdeckt

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Tyrannosaurus Rex
Foto: Science Photo Library / ROGER HARRIS
Der Tyrannosaurus Rex gehört wohl zu den furcht-einflößendsten Raubechsen, die jemals die Erde bevölkerten. Aber wie viele von seiner Art gab es? Und wo kann man heute auf Skelette stoßen?
Der Tyrannosaurus Rex gehört wohl zu den furchteinflößendsten Raubechsen, die jemals die Erde bevölkerten. Aber wie viele von seiner Art gab es? Und wo kann man heute auf Skelette stoßen?

Ein Tyrannosaurus Rex maß gut zwölf Meter vom Kopf bis zur Schwanzspitze, brachte bis zu acht Tonnen auf die Waage und zerfleischte seine Beute mit 60 rund 20 Zentimeter langen Zähnen. Am Ende der Kreidezeit verschwand er zusammen mit drei Viertel aller damals lebenden Tierarten von der Oberfläche unseres Planeten. Vermutlich nachdem ein riesiger Asteroid auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán eingeschlagen war.

Ein US-Wissenschaftsteam berechnete, wie viele dieser Räuber in der Kreidezeit lebten. Dafür berücksichtigten sie unter anderem die Geschlechtsreife und Lebenserwartung, das Körpergewicht und die Größe des Territoriums der fleischfressenden Dinosaurier. Das Team schätzt, dass die globale Population rund 20 000 Tiere zählte, betonen aber zugleich, dass die Zahl mit einer großen Unsicherheit behaftet ist. Schenkt man ihr jedoch Glauben, könnten innerhalb der rund 2,5 Millionen Jahre, während derer die Riesenechse die Erde unsicher machte, insgesamt etwa 2,5 Milliarden T. Rex gelebt haben.

Neue Erkenntnisse zur Evolution der Tyrannosauriden: Entdeckung von Tyrannosaurus mcraeensis

Die Familie der Tyrannosauriden, eine Gruppe mächtiger Raubtiere der Oberkreidezeit, dominierte die prähistorischen Landschaften von Laurasia. Ihr evolutionärer Höhepunkt wurde durch die Entstehung des berühmten Tyrannosaurus rex markiert, der nicht nur als der letzte, sondern auch als der größte Vertreter dieser Gruppe gilt. Doch wo und wann die ersten Mitglieder der Tyrannosaurini – zu denen T-Rex und seine engsten Verwandten gehören – auftauchten, bleibt eine wissenschaftliche Debatte. Während einige Theorien den Ursprung dieser Dinosaurier in Asien vermuten, schlagen andere Nordamerika, insbesondere die Region Laramidia im Westen, als Heimat vor.

In einer aufregenden Entwicklung berichten Wissenschaftler Anfang 2024 über die Entdeckung eines neuen Tyrannosauriden: Tyrannosaurus mcraeensis. Dieser Dinosaurier stammt aus der  Hall-Lake-Formation in New Mexico und basiert auf einem Fossil, das zunächst als T-Rex identifiziert wurde. Neue Analysen haben jedoch gezeigt, dass T-Mcraeensis in Wirklichkeit ein eigenständiges Mitglied der Tyrannosaurini ist, das etwa 6–7 Millionen Jahre älter ist als T-Rex, seine Größe aber durchaus erreichte.

Phylogenetische Analysen und geographische Verortung

Phylogenetische Studien positionieren T-Mcraeensis als Schwesterspezies von T-Rex, was eine nahe Verwandtschaft und möglicherweise eine gemeinsame Abstammungslinie im südlichen Laramidia nahelegt. Diese Analysen liefern wertvolle Hinweise auf den evolutionären Ursprung der Tyrannosaurini und unterstützen die Hypothese, dass diese beeindruckenden Raubtiere aus den südlichen Regionen Nordamerikas stammen.

Die Existenz riesiger Tyrannosauriden wie T-Mcraeensis im Süden Nordamerikas zusammen mit anderen großen Dinosaurierarten wie Ceratopsiern, Hadrosauriern und Titanosauriern deutet darauf hin, dass diese Regionen ideale Bedingungen für die Entwicklung großer Körperformen boten. Diese Funde lassen vermuten, dass sich gigantische Dinosaurier bevorzugt in niedrigeren Breitengraden entwickelten, wo das Klima möglicherweise günstiger für solche Anpassungen war.

Bedeutung der Entdeckung

Die Entdeckung von Tyrannosaurus mcraeensis bietet nicht nur Einblicke in die Evolution und Verbreitung der Tyrannosauriden, sondern stellt auch die bisherigen Annahmen über die geographischen Ursprünge dieser Dinosaurier in Frage. Es zeigt sich, dass Nordamerika – insbesondere das südliche Laramidia – ein wesentlicher Schauplatz für die Entwicklung einiger der beeindruckendsten Raubtiere der Erdgeschichte war.

Sarah arbeitet als Wissenschaftsjournalistin, unter anderem für „P.M.“ und „National Geographic“. Zum Journalismus kam sie über ihr Studium Modejournalismus/Medienkommunikation in München und Berlin. Auf ihrem beruflichen Weg sammelte sie auch Erfahrungen im Bereich Film und Fernsehen sowie im Marketing. Ihre Interessen liegen vor allem im Tierschutz, Feminismus und in der Kunst – und natürlich im Entdecken von spannenden Geschichten.