Die Geschichte der Videospiele: Wie das Zocken begann

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Geschichte der Videospiele
Foto: Amolyus // Adobe Stock
Fifa, Mario Kart der Fortnight - viele Menschen lieben es, zu zocken. Doch wie ist die Geschichte der Videospiele und wer zockt am meisten?

Videospiele sind das Ergebnis einer langen Entwicklung in der Computertechnik und Elektronik. Ihre Entstehung kann auf verschiedene Schlüsselmomente in der Geschichte zurückgeführt werden, aber man kann sagen, dass die Idee, digitale Spiele zu erschaffen, gleichbedeutend mit den Anfängen der Computer selbst ist. Eine kurze Übersicht über die Geschichte der Videospiele:

 

  1. Vorläufer und erste Konzepte:

  • Schon in den 1950ern experimentierten Wissenschaftler und Programmierer mit einfachen Spielen auf Großrechnern. Ein frühes Beispiel ist das Tic-Tac-Toe-Spiel „OXO“, programmiert von Alexander S. Douglas 1952 für seinen Ph.D. am University of Cambridge.
  • Ein anderes frühes Spiel war „Tennis for Two“, entwickelt 1958 von William Higinbotham am Brookhaven National Laboratory auf einem Oszilloskop.
  1. Spacewar! (1962):
  • Spacewar! ist oft als eines der ersten echten Videospiele anerkannt. Es wurde von Steve Russell und anderen am MIT entwickelt und auf einem PDP-1-Minicomputer gespielt.
  1. Spielautomaten und die kommerzielle Einführung:

  • Die erste kommerzielle Videospielkonsole für den Heimgebrauch war die Magnavox Odyssey, die 1972 von Ralph H. Baer entwickelt und auf den Markt gebracht wurde.
  • Zur gleichen Zeit begann die Ära der Münzspielautomaten (Arcade-Spiele) mit Spielen wie „Computer Space“ (1971) und vor allem „Pong“ (1972) von Atari, das eines der ersten kommerziell erfolgreichen Videospiele wurde.
  1. Die Heimkonsolen- und Computerära:

  • In den 1970ern und 80ern erlebten die Heimkonsolen und der PC-Markt ein rasches Wachstum, gekennzeichnet durch Systeme wie das Atari 2600, den Commodore 64 und den Apple II.
  • Mit der Zeit entstanden auch klassische Spielserien und Franchises wie „Super Mario Bros.“, „The Legend of Zelda“ und „Final Fantasy“.
  1. Technologische Entwicklung:

  • Mit fortschreitender Technik wurden Videospiele immer komplexer, grafisch anspruchsvoller und interaktiver.
  • Die Einführung des Internets ermöglichte auch Online-Gaming und brachte neue Genres wie MMOs (Massively Multiplayer Online-Games) hervor.
  1. Die moderne Ära:

  • Moderne Konsolen wie die PlayStation, Xbox und Nintendo Switch sowie leistungsstarke PCs bieten eine große Bandbreite an Spielerlebnissen, von Indie-Titeln bis zu AAA-Produktionen.
  1. Mobile Spiele und Virtual Reality:

  • Mit dem Aufkommen von Smartphones und Tablets sind auch mobile Spiele extrem populär geworden.
  • Die Weiterentwicklung der VR (Virtual Reality)-Technologie ermöglicht zudem ein intensiveres Eintauchen in virtuelle Welten.

Und wer zockt am meisten in der Geschichte der Videospiele?

Sie schießen Traumtore in „Fifa“, sammeln Pokémon oder verbringen Stunden mit »Call of Duty«: Knapp 60 Prozent der Deutschen spielen Video- und Computerspiele. Und längst daddeln nicht mehr nur Kinder und Jugendliche. Eine der größten Gruppen bilden die 50- bis 59-Jährigen. »Rund ein Fünftel der deutschen Gamerinnen und Gamer gehört zu dieser Altersklasse«, schreibt der Bundesverband Game, zusammen mit der Gruppe der über 60-Jährigen machen sie sogar knapp ein Drittel aus. Das heißt: Viele derer, die einst mit Computerspielen wie „Tetris“, „Moorhuhn“ oder „Tomb Raider“ zum digitalen Spielen gekommen sind, sind diesen Games treu geblieben.

Dabei ist das Smartphone ihr Lieblingsspielzeug, gefolgt von der Konsole und dem PC. Die fünf meistverkauften großen Spiele 2021 waren: die Fußballsimulation „Fifa 2022“, das Krimispiel „Grand Theft Auto V“, das lustige Autorennen »Mario Kart 8 Deluxe«, der »Landwirtschafts-Simulator 22« und das Kreativspiel „Minecraft“. Die Spielleidenschaft drückt sich auch in wirtschaftlichen Zahlen aus: Deutschland ist mit rund 9,8 Milliarden Euro Umsatz der größte Spielemarkt Europas und der fünftgrößte der Welt. Dabei wird hierzulande nicht nur konsumiert, sondern auch immer mehr produziert: 786 Unternehmen entwickeln und vertreiben in Deutschland Games, sie beschäftigen inzwischen zusammen 11 242 Menschen. Die Branche ist mittlerweile so wichtig, dass sie von den Bundesländern finanziell unterstützt wird. So gibt etwa Bayern 2,5 Millionen Euro für Games-Förderung aus, Nordrhein-Westfalen sogar drei Millionen. Im dortigen Köln findet jährlich auch die Fachmesse Gamescom statt – im vergangenen Jahr mit rund 265 000 Besuchenden aus mehr als 100 Ländern.

Sarah arbeitet als Wissenschaftsjournalistin, unter anderem für „P.M.“ und „National Geographic“. Zum Journalismus kam sie über ihr Studium Modejournalismus/Medienkommunikation in München und Berlin. Auf ihrem beruflichen Weg sammelte sie auch Erfahrungen im Bereich Film und Fernsehen sowie im Marketing. Ihre Interessen liegen vor allem im Tierschutz, Feminismus und in der Kunst – und natürlich im Entdecken von spannenden Geschichten.