Gibt es Lebensmittel, die endlos haltbar sind?

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Honey, Food
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Soll Essen lange lagern, dürfen Mikroorganismen darin keine behaglichen Bedingungen vorfinden. Noch besser: Sie gelangen gar nicht erst hinein.

Wer zu Beginn der Corona-Pandemie Versorgungsengpässe fürchtete, deckte sich oft mit besonders lange haltbaren Produkten ein. Zeitweise führte das zu geleerten Regalen im Supermarkt: Heiß begehrt waren neben Nudeln, Reis und Mehl unter anderem auch getrocknete Hülsenfrüchte, also Linsen, Bohnen und Erbsen. Was all diese Lebensmittel verbindet? Sie enthalten kein oder nur wenig Wasser. Und je weniger Wasser ein Lebensmittel enthält, desto schlechter können sich Mikroorganismen darin vermehren – und desto länger ist das Lebensmittel haltbar. Gar kein Wasser enthalten etwa auch Zucker, Pfeffer und Salz, die damit ebenfalls in die Langzeitvorratskammer dürfen.

Die Rekordhalter: Honig und Weißweinessig

Neben den Eigenschaften der Lebensmittel selbst bestimmt aber auch die richtige Lagerung über ihre Haltbarkeit – und auch hier trägt eine trockene Umgebung zur Langlebigkeit bei. Vollkommen trocken lassen sich Lebensmittel in Privathaushalten zwar schwerlich lagern. Dennoch halten Nudeln und Co unter normalen Bedingungen definitiv länger als die zwei bis drei Jahre, die das Mindesthaltbarkeitsdatum angibt. Endlos haltbar sind sie aber nicht: Diese Eigenschaft kann man neben hochprozentigem Schnaps (der streng genommen nicht als Lebensmittel gilt) nachweislich bislang nur einem Produkt zuschreiben: dem Honig. So fanden Wissenschaftler 2004 beim Bau einer Erdölpipeline in Südgeorgien Honig aus der Bronzezeit, der dort fast 5000 Jahre als Grabbeigabe überdauert hatte.

Offenbar waren die kühl gelagerten Funde gut verschlossen und enthielten keinerlei Fremdkörper – gute Voraussetzungen für ein »ewiges Leben«. Die hat, auch wenn es hierfür keine ähnlichen jahrtausendealten Beweismittel gibt, im Übrigen auch (nicht aromatisierter) Weißweinessig. Bei ihm lässt der hohe Säuregehalt Bakterien keine Chance.

(Autor: Christian Haas)

Sarah arbeitet als Wissenschaftsjournalistin, unter anderem für „P.M.“ und „National Geographic“. Zum Journalismus kam sie über ihr Studium Modejournalismus/Medienkommunikation in München und Berlin. Auf ihrem beruflichen Weg sammelte sie auch Erfahrungen im Bereich Film und Fernsehen sowie im Marketing. Ihre Interessen liegen vor allem im Tierschutz, Feminismus und in der Kunst – und natürlich im Entdecken von spannenden Geschichten.