Muss man für eine Vermisstenanzeige 24 Stunden warten?

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Foto (C): Pixabay
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Wenn jemand aus dem Umfeld plötzlich verschwunden ist, möchte man schnell handeln. Aber ab wann gilt eine Person als vermisst und was kann die Polizei tun?

Die Tochter kommt nach einer Partynacht nicht nach Hause, das Handy ist ausgeschaltet. Die Eltern überlegen, die Polizei einzuschalten. In Fernsehkrimis ist in ähnlichen Fällen oft zu hören, dass eine Vermisstenanzeige erst nach 24 Stunden aufgegeben werden kann. Im echten Leben aber gibt es dafür kein Zeitlimit. Ist die Tochter schon 18 Jahre alt, wird vielleicht geraten, erst einmal abzuwarten. Denn Volljährige können ihren Aufenthaltsort frei wählen.

Eine Vermisstenanzeige kann man bei jeder Polizeidienststelle erstatten

Eine Vermisstenfahndung wird aber sofort eingeleitet, wenn die Person vermutlich in Gefahr ist. Eine solche Gefahr kann zum Beispiel bei Hilflosigkeit vorliegen, nach einem Unfall oder wenn eine Straftat vermutet wird. Die Beamten versuchen dann, den Aufenthaltsort des Vermissten zu ermitteln. Sind sie erfolgreich, fragen sie den Betreffenden, ob die Angehörigen informiert werden dürfen. Damit ist die Arbeit für die Polizei erledigt, wenn keine strafbaren Handlungen vorliegen. Minderjährige hingegen gelten automatisch als vermisst, wenn sie ihr gewohntes Lebensumfeld verlassen haben und unbekannt ist, wo sie sich aufhalten. Die Polizei wird dann grundsätzlich eine Suchaktion einleiten.

(Text: Dieter Möller)

Sarah arbeitet als Wissenschaftsjournalistin, unter anderem für „P.M.“ und „National Geographic“. Zum Journalismus kam sie über ihr Studium Modejournalismus/Medienkommunikation in München und Berlin. Auf ihrem beruflichen Weg sammelte sie auch Erfahrungen im Bereich Film und Fernsehen sowie im Marketing. Ihre Interessen liegen vor allem im Tierschutz, Feminismus und in der Kunst – und natürlich im Entdecken von spannenden Geschichten.