Seit wann gibt es Rechtsverkehr?

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Person, Pedestrian, Human
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Warum fahren wir nicht links? So wie die Engländer? Oder die Japaner? Immerhin: Drei Viertel der Menschheit steuern links, fahren also auf der rechten Seite. Aber wie kam es dazu?
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Noch im Zeitalter der Kutschen war auf Europas Straßen Linksverkehr angesagt. Ein Reiter zog an einem entgegenkommenden links vorbei. Eine Vermutung für den Linksdrall lautet, dass Rechtshänder ihr Pferd auch bevorzugt von links aus bestiegen (so wie wir heute Fahrräder). Zur Verbreitung des Rechtsverkehrs gibt es mehrere Theorien: So soll er einst im Zuge der Französischen Revolution von Robespierre verordnet und von Napoleon in Europa verbreitet worden sein. Der Rechtsverkehr könnte sich aber auch von der Binnenschifffahrt aus – wo seit jeher das Rechtsfahrgebot gilt – auf die Straße übertragen haben.

Lange gab es keine einheitlichen Regeln auf den Straßen

Jedenfalls gab es nach Napoleon hierzulande keine einheitlichen Regeln. Während die meisten Territorien in Deutschland auf Gesetze verzichteten, verpflichtete Bayern 1862 alle Fuhrwerke, entgegenkommenden Fuhr werken nach rechts auszuweichen. Als die Straßen immer voller wurden, übernahm das Deutsche Reich diese Regelung 1910. Österreich konnte sich lange nicht zwischen links und rechts entscheiden – bis Hitler 1938 den Rechtsverkehr endgültig vorschrieb.

Sarah arbeitet als Wissenschaftsjournalistin, unter anderem für „P.M.“ und „National Geographic“. Zum Journalismus kam sie über ihr Studium Modejournalismus/Medienkommunikation in München und Berlin. Auf ihrem beruflichen Weg sammelte sie auch Erfahrungen im Bereich Film und Fernsehen sowie im Marketing. Ihre Interessen liegen vor allem im Tierschutz, Feminismus und in der Kunst – und natürlich im Entdecken von spannenden Geschichten.