Mobiles MRT vereinfacht medizinische Untersuchungen

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mobiles MRT
Foto: LIGHTFIELD STUDIOS // Adobe Stock
MRTs sind groß und sperrig - ein mobiles MRT hingegen kann auch an anderen Orten als dem Krankenhaus verwendet werden. Wie es funktioniert?

Ein Magnetresonanztomograf, kurz MRT, ist eine riesige Maschine, die einen ganzen Raum füllt. Die berüchtigte »Röhre«, in die man geschoben wird, ist von tonnenschweren elektrischen Spulen umgeben, die ein Magnetfeld erzeugen, das 50000- mal so stark ist wie das der Erde. Im Zusammenspiel mit Radiowellen, mit denen die Maschine den Körper bestrahlt, dient dies dazu, das Körperinnere hochauflösend in haarfeiner Schichtung zu durchleuchten, um selbst kleinsten Veränderungen etwa der Hirnstrukturen auf die Spur zu kommen. In einigen Regionen Deutschlands gibt es bereits mobile MRT, die in großen Lastwagen von einem Krankenhaus oder Arzt zum nächsten fahren können, um Notfälle schneller zu behandeln oder den Ausfall eines MRTs zu kompensieren.

Ein MRT kann das Körperinnere hochauflösend darstellen

In Brandenburg etwa ist ein solcher Lastwagen des Bergmann Klinikums Potsdam unterwegs. Die Firma Medispace in Castrop-Rauxel bietet solche Mobile europaweit an. Forschende arbeiten indes schon an deutlich kleineren und daher noch flexibler einsetzbaren MRTs: Der Fachbereich Informationstechnik der Fachhochschule Dortmund zum Beispiel entwickelt mit Partnern in ganz Europa im Projekt »A4IM« eine Variante, die schwächere Magnetfelder erzeugt. Dadurch erfordert sie weniger voluminöse und schwere Spulen: »Die Signalverarbeitung ist inzwischen so gut, dass das angelegte Magnetfeld nicht mehr zu 100 Prozent homogen sein muss«, sagt Laborleiter Benjamin Menküc. »Kleinere Inhomogenitäten können wir technisch ausgleichen.« Die Geräte wiegen nur noch rund 200 Kilogramm, und es lassen sich etwa Kopf, Beine oder Arme separat untersuchen.

Ein mobiles MRT wiegt „nur“ rund 200 Kilo, ein großes hingegen Tonnen

An der Uniklinik Bonn wurde ein in den USA entwickeltes noch leichteres, mobiles MRT auf Rollen 2022 in Betrieb genommen: Es dient insbesondere dazu, Frühgeborene auf mögliche Hirnschäden zu untersuchen und ihre Entwicklung zu überwachen. Die Frühchen in die Radiologie des Klinikums oder gar in eine externe radiologische Praxis zu transportieren ist für ihren sensiblen Organismus sehr belastend und daher mit Risiken verbunden. Auch Gehirnscans von Erwachsenen, die nur ihren Kopf in den kleinen Apparat legen, sind möglich.

Sarah arbeitet als Wissenschaftsjournalistin, unter anderem für „P.M.“ und „National Geographic“. Zum Journalismus kam sie über ihr Studium Modejournalismus/Medienkommunikation in München und Berlin. Auf ihrem beruflichen Weg sammelte sie auch Erfahrungen im Bereich Film und Fernsehen sowie im Marketing. Ihre Interessen liegen vor allem im Tierschutz, Feminismus und in der Kunst – und natürlich im Entdecken von spannenden Geschichten.