Wer beendete das Zeitalter der Schwarzbrenner in Schottland?

von
Schnapsbrenner
Foto: Planum // Adobe Stock
Schwarzbrenner in Schottland: Als in Großbritannien 1823 mit dem »Excise Act« der Kampf gegen das illegale Brennen von Whisky aufgegeben wurde

Lange hatte die britische Regierung gegen die Schwarzbrenner von Whisky in Schottland gekämpft, doch 1823 erkannte sie ihre Niederlage. Die Steuern auf den hochprozentigen Trank waren so hoch, dass fast alle Brennereien nur noch illegal tief verborgen in den dicht bewaldeten Hügeln Schottlands operierten. Dann aber hatte Alexander Gordon, 4. Duke of Gordon, Oberhaupt des mächtigen schottischen Gordon-Clans und Peer of Great Britain, eine Idee. Mit dem »Excise Act« von 1823 schaffte er das bisherige System ab und senkte die Steuern drastisch auf zwei Shilling und drei Pence pro Gallone. Dazu wurde eine einmalige Lizenzgebühr von zehn Pfund fällig, und keine Destille durfte mehr als 141,4 Liter reinen Alkohol pro Jahr produzieren. 

Im Folgejahr meldete der Landwirt George Smith eine legale Whiskybrennerei nach den neuen Regeln nahe der Ortschaft Ballindalloch in der Region Moray an. Das gefiel nicht jedem: Angeblich kaufte Smith sich zwei Pistolen, da er den Zorn seiner Nachbarn fürchtete. Derzeit graben Archäologinnen und Archäologen nach den Grundmauern der historischen Brennerei.

Illegale Schwarzbrenner haben lange in den Highlands gebrannt

Sie entdeckten bislang drei Feuerstellen, in denen die Kupferkessel lagen, sowie Teile von Fässern und zerbrochene Whiskygläser. Ihren Schätzungen zufolge konnten in der Destille etwa sechs sogenannte »hogsheads« pro Woche gebrannt werden, Fässer aus Eichenholz mit einem Volumen von 225 bis 250 Litern. Die Brennerei florierte bald derart, dass Smith im Jahr 1858 eine halbe Meile entfernt eine größere Brennerei bauen musste. Dort stehen noch heute die Produktionsanlagen von The Glenlivet, der am zweithäufigsten verkauften Single-Malt-Marke weltweit. Sie gehört mittlerweile zum französischen Spirituosenkonzern Pernod Ricard.

(Text: Angelika Franz)

Der Artikel ist in der Ausgabe 11/2022 von P.M. Schneller Schlau erschienen.