Beifuß Allergie: Was tun bei Unverträglichkeit auf Beifußpollen?

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Beifuß Allergie
Foto: petrabarz // Adobe Stock
Eine »Beifuß Allergie« kann das Leben schwer machen: Was tun bei einer Unverträglichkeit gegen Beifußpollen und - pflanzen?

Eine Beifuß Allergie kann vielen Menschen das Leben schwer machen, besonders in der Blütezeit dieser Pflanze. Beifuß, botanisch als Artemisia vulgaris bekannt, ist eine weit verbreitete Pflanze, die hauptsächlich in Europa, Asien und Nordamerika vorkommt. Die Pollen des Beifußes sind starke Allergene und können bei vielen Menschen allergische Reaktionen hervorrufen. Das Traubenkraut, auch BeifußAmbrosia genannt hat noch eine viel stärkere Allergene Wirkung und kann Reaktionen bis zu zu starkem Asthma und Atemnot auslösen. Doch auch der „normale“ Beifuß kann Allergien hervorrufen. Alles Wichtige über die Beifuß Allergie, ihre Symptome, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten.

 

Was ist eine Beifuß Allergie?

Die Beifuß Allergie ist eine Reaktion des Immunsystems auf die Pollen des Beifußes. Diese Pollen werden hauptsächlich im Spätsommer und Herbst freigesetzt und können von den Atemwegen aufgenommen werden. Bei Allergikern erkennt das Immunsystem die Pollen als Bedrohung und reagiert entsprechend mit allergischen Symptomen.

 

Symptome einer Beifuß Allergie

Eine Beifuß Allergie äußert sich oft durch eine Reihe von Symptomen, die denen anderer Pollenallergien, wie beispielsweise der Gräserallergie ähneln. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

  • Niesen: Plötzliche und häufige Niesanfälle
  • Verstopfte oder laufende Nase: Die Schleimhäute schwellen an, und es kommt zu einer verstopften oder laufenden Nase.
  • Juckende Augen: Die Augen können rot, juckend und tränenreich sein.
  • Atembeschwerden: Manche Menschen erleben Atemnot oder ein Engegefühl in der Brust.
  • Hautausschläge: In seltenen Fällen können Hautreaktionen wie Ausschläge auftreten.

 

Gräserallergie? Was tun und was hilft dagegen?

 

Diagnose einer Beifuß Allergie

Ein Allergologe kann helfen, wenn der Verdacht auf eine Allergie besteht. Der Arzt wird wahrscheinlich einen Hautpricktest oder einen Bluttest durchführen, um spezifische IgE-Antikörper gegen Beifußpollen nachzuweisen. Diese Tests sind in der Regel schnell und zuverlässig.

 

Behandlungsmöglichkeiten

Es gibt mehrere Ansätze, um die Symptome einer Beifuß Allergie zu behandeln und das Leben der Betroffenen zu erleichtern:

  • Antihistaminika: Diese Medikamente blockieren die Wirkung von Histamin, das für die meisten allergischen Symptome verantwortlich ist.
  • Nasen- und Augentropfen: Spezielle Tropfen können die Symptome in den Augen und der Nase lindern.
  • Kortikosteroide: Bei starken Symptomen können kortikosteroidhaltige Medikamente verschrieben werden, um Entzündungen zu reduzieren.
  • Hyposensibilisierung (Immuntherapie): Eine langfristige Behandlungsmöglichkeit, bei der das Immunsystem schrittweise an das Allergen gewöhnt wird, um die Empfindlichkeit zu verringern.
  • Vermeidung: Versuchen Sie, während der Beifuß-Blütezeit weniger Zeit im Freien zu verbringen, und halten Sie Fenster geschlossen, um Pollen fernzuhalten.

 

Die Pollensaison kann für Menschen mit einer Beifuß Allergie besonders belastend sein. Hier sind einige praktische Tipps, die helfen können, die Symptome zu lindern und den Alltag beschwerdefrei(er) zu gestalten:

  1. Aktuelle Polleninformationen einholen:

Regelmäßig den Pollenkalender verfolgen und sich über aktuelle Pollenwarnungen auf dem Laufenden halten. Es gibt auch spezielle Apps und Websites, die tagesaktuelle Pollenflugvorhersagen bieten, wie zum Beispiel Pollenstiftung.de.

  1. Zeit im Freien begrenzen:

Während der Hauptpollenflugzeiten (meist morgens und abends) vermeiden, im Freien zu sein. Outdoor-Aktivitäten besser für Zeiten einplanen, in denen weniger Pollen in der Luft sind (zum Beispiel kurz nach einem Regenfall).

  1. Schutzmaßnahmen treffen:

In der Pollensaison eine Sonnenbrille tragen, um die Augen zu schützen. Auch ein Mund- und Nasenschutz kann helfen, wenn die Pollenbelastung sehr hoch ist.

  1. Fenster und Türen geschlossen halten:

Fenster und Türen geschlossen halten, besonders in den Morgenstunden, um zu verhindern, dass Pollen in das Haus eindringen. Pollenfilter für Klimaanlagen können helfen genau wie Pollengitter*.

 

 

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  1. Kleidung und Bettwäsche regelmäßig wechseln:

Kleidung wechseln, sobald man wieder zu Hause ist. Abends kann eine Dusche helfen, um Pollen aus Haaren und von der Haut zu entfernen. Kleidung sollte oft gewaschen werden, auch die Bettwäsche muss häufig in die Waschmaschine, um Pollenansammlungen zu minimieren.

  1. Innenräume sauber halten:

Es sollte egelmäßig mit einem HEPA-Filter-Staubsauger* gesaugt und glatte Oberflächen feucht abgewischt werden, um Pollen zu entfernen, die über das Lüften oder von außen hereingetragen wurden.

 

 

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  1. Medikamentöse Behandlung:

Geeignete Medikamente wie Antihistaminika, Nasensprays oder Augentropfen können über den Hausarzt oder in der Apotheke organisiert werden. Diese können helfen, die allergischen Reaktionen zu mindern.

  1. Entspannungsmethoden und Stressabbau:

Stress kann die Symptome verschlimmern, Entspannungsmethoden wie Yoga, Meditation oder Atemübungen hingegen helfen, um entspannter durch die Pollensaison zu kommen.

  1. Nasenspülungen:

Regelmäßige Nasenspülungen mit einer Kochsalzlösung, entfernen Pollen und Allergene aus den Nasengängen. Dies kann die Symptome merklich lindern.

  1. Allergietagebuch führen:

Die Symptome und was sie möglicherweise ausgelöst hat sollten bei einer starken Allergie notiert werden. Ein Tagebuch kann helfen, Muster zu erkennen und Maßnahmen dagegen zu ergreifen.

Bei einer starken Allergie gegen Beifuß sollte immer eine Ärztin oder ein Arzt aufgesucht werden.

 

Unterschiedliche Therapieansätze

Akupunktur

Einige Studien deuten darauf hin, dass Akupunktur die Symptome von Allergien lindern kann. Dabei werden feine Nadeln an spezifischen Punkten des Körpers eingestochen, um das Immunsystem zu regulieren und Entzündungen zu reduzieren. Viele Betroffene berichten von einer Verbesserung ihrer Symptome nach einer Akupunktur-Behandlung.

Homöopathie

Homöopathische Mittel wie Apis mellifica (Honigbiene) oder Allium cepa (Zwiebel) werden oft bei Pollenallergien empfohlen. Diese Mittel sollen die Symptome der Allergie durch minimal dosierte Wirkstoffe lindern. Die Wirksamkeit der Homöopathie wird jedoch kontrovers diskutiert und sollte individuell mit einem Heilpraktiker besprochen werden.

Phytotherapie

Pflanzliche Heilmittel wie Brennnesselblätter oder Pestwurz werden für ihre entzündungshemmenden und antihistaminischen Eigenschaften geschätzt. Tees oder Extrakte dieser Pflanzen können helfen, die Symptome der Beifuß Allergie zu lindern.

 

Langfristiges Management und Lebensstiländerungen

Dauerhafte Veränderungen

Langfristige Anpassungen können dazu beitragen, allergische Symptome zu minimieren. Dazu gehört die Wahl von schadstoffarmen Reinigungsmitteln, das Vermeiden von Tabakrauch und der Einsatz von Luftreinigern im Haushalt. Auch regelmäßiges Lüften nach einem Regen kann helfen, die Pollenbelastung in Innenräumen zu reduzieren.

Ernährungsumstellung

Eine entzündungshemmende Diät kann einen positiven Einfluss auf Allergien haben. Lebensmittel wie grünes Blattgemüse, Nüsse (insbesondere Walnüsse), Beeren und fetter Fisch können helfen, Entzündungen im Körper zu reduzieren. Auch das Reduzieren von Zucker, Fleisch und verarbeiteten Lebensmitteln kann hilfreich sein.

 

Auch bei einer Alkoholallergie braucht es konsequente Veränderungen und den Verzicht auf alkoholische Getränke, um die Syptome zu vermeiden.

 

Vergleich mit anderen Pollenallergien

Im Vergleich zu anderen Pollenallergien wie der Birken- oder Gräserpollenallergie, tritt die Beifuß Allergie später im Jahr auf. Die Symptome sind jedoch ähnlich und können gleich belastend sein. Ein weiterer Unterschied besteht darin, dass Beifuß-Pollen oft als Kreuzallergen wirken; das bedeutet, dass Menschen, die auf Beifuß reagieren, auch auf bestimmte Nahrungsmittel wie Sellerie, Karotten oder Gewürze wie Petersilie und Koriander empfindlich reagieren können.

 

Was sind Kreuzallergene?

Kreuzallergene sind Proteine, die in verschiedenen Substanzen vorkommen und aufgrund ihrer strukturellen Ähnlichkeit ähnliche allergische Reaktionen hervorrufen können. Wenn eine Person auf ein bestimmtes Allergen allergisch reagiert, besteht die Möglichkeit, dass sie auch auf andere Allergene empfindlich reagiert, die ähnliche Proteinstrukturen aufweisen. Dies wird als Kreuzreaktivität bezeichnet.

Der Mechanismus hinter Kreuzallergien basiert auf der strukturellen Ähnlichkeit der Proteine. Das Immunsystem eines Allergikers erkennt nicht nur das ursprünglich allergieauslösende Allergen (zum Beispiel Beifuß-Pollen), sondern auch andere ähnliche Proteine in verschiedenen Nahrungsmitteln oder Pflanzen. Diese Verwirrung führt dazu, dass das Immunsystem auch auf die kreuzreaktiven Proteine überreagiert und eine allergische Reaktion auslöst.

Symptome einer Kreuzallergie

Die Symptome einer Kreuzallergie sind oft ähnlich wie die der ursprünglichen Allergie und können unter anderem umfassen, es können jedoch auch Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auftreten, da es sich unter anderem um Nahrungsmittel handelt. Auch Nesselsucht und stärkere Hautausschläge sind ein Symptom.

Häufige Kreuzallergien bei Beifuß

Bei der Beifuß Allergie gibt es mehrere bekannte Kreuzallergene, die Kreuzreaktionen und eine Unverträglichkeit hervorrufen können.

  • Tomate, Sellerie, Paprika, rohe Karotte, Kiwi, Mango, Litschi, Melone, Avocado, Pfefferminz- und Kamillentee, verschiedene Gewürze (z.B. Kümmel), besonders schwarzen Pfeffer, Erdnüsse

 

Ernährung bei Beifuß Allergie

Aufgrund der Kreuzreaktionen spielt eine ausgewogene Ernährung eine entscheidende Rolle im Umgang mit einer Beifuß Allergie. Es ist daher wichtig, diese Lebensmittel zu vermeiden oder zumindest deren Konsum sorgfältig zu überwachen.

Stattdessen sollten Sie auf Lebensmittel setzen, die entzündungshemmend wirken und Ihr Immunsystem stärken. Dazu gehören:

  • Omega-3-Fettsäuren: Diese finden sich in fettem Fisch wie Lachs oder in Leinsamen und Chia. Sie helfen, Entzündungen zu reduzieren.
  • Vitamin C: Eine hohe Vitamin-C-Zufuhr kann die Freisetzung von Histamin verringern und damit die Allergiesymptome lindern. Gute Quellen sind Beeren, Zitrusfrüchte, Paprika und Brokkoli.
  • Quercetin-reiche Lebensmittel: Quercetin ist ein natürliches Antihistaminikum und kommt in Äpfeln, Zwiebeln, Tee und Rotwein vor.
  • Probiotika: Diese unterstützen eine gesunde Darmflora und können das Immunsystem positiv beeinflussen. Natürliche Probiotika finden sich in Joghurt, Sauerkraut und Kefir.

 

Forschung und Zukunftsperspektiven

Neueste Forschungsergebnisse

Aktuelle Studien untersuchen neue Ansätze zur Behandlung von Pollenallergien, wie zum Beispiel die Entwicklung von Impfstoffen, die das Immunsystem trainieren, weniger empfindlich auf Pollen zu reagieren. Diese sogenannten Allergen-Impfstoffe befinden sich in den verschiedenen Phasen der klinischen Prüfung und könnten in Zukunft eine vielversprechende Behandlungsoption darstellen.

Zukünftige Behandlungsmethoden

Die Forschung konzentriert sich auch auf die Entwicklung neuer Medikamente, die gezielt an den molekularen Mechanismen von Allergien ansetzen. Beispiele sind Biologika, die spezifische Teile des Immunsystems modulieren, um allergische Reaktionen zu verhindern.

 

 

 

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Sarah arbeitet als Wissenschaftsjournalistin, unter anderem für „P.M.“ und „National Geographic“. Zum Journalismus kam sie über ihr Studium Modejournalismus/Medienkommunikation in München und Berlin. Auf ihrem beruflichen Weg sammelte sie auch Erfahrungen im Bereich Film und Fernsehen sowie im Marketing. Ihre Interessen liegen vor allem im Tierschutz, Feminismus und in der Kunst – und natürlich im Entdecken von spannenden Geschichten.