Kann man bei Wikipedia einen Artikel über sich selbst schreiben?

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Theoretisch kann jeder einen Beitrag in der Online-Enzyklopädie anlegen. Doch wer sich selbst verewigen will, muss ein wichtiges Kriterium erfüllen.

Bei wie viel Metern liegt der Weltrekord im Ski­fliegen? Hat schon einmal eine deutsche Schauspielerin den Oscar als beste Hauptdarstellerin gewonnen? Antworten auf solche Fragen suchte man früher im Brockhaus oder einem anderen gedruckten Lexikon – und heute in der Wikipedia. Die spendenbasierte, gratis nutzbare Online-Enzyklopädie ist das mit Abstand meistgenutzte Nachschlagewerk der Welt. 

In diesem Jahr feiert das mehr als 53 Millionen Artikel umfassende Kompendium seinen 20. Geburtstag. In Deutschland ist die Wikipedia besonders beliebt – seit Jahren gehört sie hier zu den zehn meistbesuchten Webseiten. Da mag es für manchen verlockend klingen, sich auch selbst mit einem Eintrag im Online-Lexikon zu verewigen. 

Theoretisch ist das auch möglich. Schließlich kann jeder Nutzer neue Artikel zur Wikipedia beitragen, eine zentrale Redaktion existiert nicht. Dennoch gibt es einige Grundregeln, über wen und was in dem Lexikon geschrieben werden darf. Die wichtigste lautet: Wikipedia ist kein allgemeines Personen-, Vereins-, Organisations- oder Firmenverzeichnis. Für einen Eintrag bedarf es einer gewissen Bekanntheit oder Berühmtheit der Person oder Organisation. 

Was anderen Autoren nicht relevant erscheint, wird schnell wieder gelöscht

Profisportler, erfolgreiche Künstler, Vorsitzende großer Unternehmen oder gewählte Politiker erfüllen diese Anforderung relativ leicht. Für alle anderen gilt: Die Relevanz der Person ist mit Quellen zu belegen, zum Beispiel mit der Erwähnung in Medienartikeln oder anerkannten biografischen Nachschlagewerken.

Vor allem jedoch müssen andere Wikipedia-Autoren die Relevanz der Person bestätigen. Und die sind in der Regel eher streng und schrecken nicht davor zurück, einen Artikel innerhalb kürzester Zeit wieder zu löschen. Wer jedoch wie der Skispringer Stefan Kraft einmalige 253,50 Meter weit fliegt oder wie Luise Rainer in den 1930er-Jahren gleich zweimal den Oscar abräumte, dessen Artikel hat ein solches Schicksal nicht zu befürchten.

(Text: Christian Haas)

Der Artikel ist in der Ausgabe 03/2021 von P.M. Fragen & Antworten erschienen.

Sarah arbeitet als Wissenschaftsjournalistin, unter anderem für „P.M.“ und „National Geographic“. Zum Journalismus kam sie über ihr Studium Modejournalismus/Medienkommunikation in München und Berlin. Auf ihrem beruflichen Weg sammelte sie auch Erfahrungen im Bereich Film und Fernsehen sowie im Marketing. Ihre Interessen liegen vor allem im Tierschutz, Feminismus und in der Kunst – und natürlich im Entdecken von spannenden Geschichten.