Balto Statue im Central Park: Warum steht dort ein Hundedenkmal?

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Balto Statue
Foto: travelview // Adobe Stock
Vom Central Park in New York hat bestimmt jeder schon gehört. Aber die berührende Geschichte zur Balto Statue im Park kennt wohl kaum jemand.

Die Bronzeplastik „Balto Statue“ wurde im Dezember 1925 im Central Park enthüllt – im Beisein des Hundes, den sie darstellt, und dessen Besitzers Gunnar Kaasen. Geehrt wird mit ihr der Schlittenhund Balto, einer der ersten vierbeinigen Medienstars der Geschichte. In ganz Nordamerika hatten Radiostationen und Presse den dramatischen »Serum Run to Nome« verfolgt – ein Schlittenhundrennen, bei dem es nicht um Spaß und Sport ging, sondern um Leben und Tod.

Im Januar 1925 war rund um das Städtchen Nome im Nordwesten von Alaska die Diphtherie ausgebrochen, innerhalb weniger Tage waren sechs Kinder gestorben. Am 22. Januar alarmierte der Arzt Curtis Welch die Gesundheitsbehörden in Washington: Er brauche dringend große Mengen von Antitoxin-Serum, um eine Epidemie zu stoppen. Ein Einzugsgebiet von rund 10000 Menschen sei gefährdet. Es war tiefster Winter in Alaska, die Temperaturen gingen runter bis auf minus 45 Grad Celsius, das Beringmeer war zugefroren, die Verbindung von Nome zur Außenwelt von Schneeverwehungen bedeckt. Flugzeuge waren nicht geeignet, es gab nur Doppeldecker mit offenen Cockpits. Außerdem herrschte seit Tagen heftiger Schneesturm.

Diphterie-Epidemie in Alaska – Rettung in letzter Minute

Nur eine Möglichkeit blieb: ein Staffelrennen mit Hundeschlitten von der per Eisenbahn erreichbaren Stadt Nenana nach Nome. 20 Hundeführer lösten sich auf der Strecke von 1085 Kilometern ab, bewältigten sie so in 127 Stunden und rund 30 Minuten. Am frühen Morgen des 2. Februars erreichte Gunnar Kaasen mit seinem Gespann unter Leithund Balto die Front Street von Nome. Trotz widrigster Umstände war keine einzige Ampulle zerbrochen, kein Tropfen des kostbaren Serums vereist. Innerhalb weniger Tage sank die Zahl der Neuinfektionen. Obwohl sie nur einen Teil des großartigen Teams darstellten, wurden Gunnar Kaasen und Balto zu landesweit gefeierten Ikonen der Rettungsaktion, die auch unter dem Namen »Great Race of Mercy« (Großes Rennen der Barmherzigkeit) in die Geschichte der USA eingegangen ist.

Die Balto Statue– geehrt für seine »Ausdauer, Treue und Intelligenz« – steht im Süden des Central Park, nahe dem Zoo.

Foto (C): Alamy

Balto mit seinem Hundeführer Gunnar Kaasen

 

Text: Sabine Schwabenthan

Dieser Artikel ist in P.M. Fragen & Antworten erschienen.

Sarah arbeitet als Wissenschaftsjournalistin, unter anderem für „P.M.“ und „National Geographic“. Zum Journalismus kam sie über ihr Studium Modejournalismus/Medienkommunikation in München und Berlin. Auf ihrem beruflichen Weg sammelte sie auch Erfahrungen im Bereich Film und Fernsehen sowie im Marketing. Ihre Interessen liegen vor allem im Tierschutz, Feminismus und in der Kunst – und natürlich im Entdecken von spannenden Geschichten.