Operation Christmas Drop: Luftbrücke des guten Willens

von
Operation Christmas Drop
Foto: imago images // ZUMA Wire
Auf den Inseln von Mikronesien fliegen einmal im Jahr Kisten voller Geschenke vom Himmel. Hinter der Aktion steckt weder das Christkind noch der Weihnachtsmann

Einmal im Jahr geschieht auf den Inseln von Mikronesien ein kleines Weihnachtswunder: Dann fliegen Kisten voller Geschenke an Fallschirmen vom Himmel. Hinter der Aktion stecken aber weder das Christkind noch der Weihnachtsmann, sondern amerikanische Militärangehörige. Kaum ein Ereignis verkörpert den Geist der Weihnacht mehr als die „Operation Christmas Drop“. Es handelt sich um die längste laufende humanitäre Luftfrachtlieferung der Welt, die von der US Air Force durchgeführt wird. Seit ihrer Gründung im Jahr 1952 versorgt diese alljährliche Mission abgelegene Inseln im westlichen Pazifik mit benötigten Gütern.

Der Ursprung liegt in einer spontanen Aktion in 1952

Die Wurzeln der Operation Christmas Drop reichen zurück zu einer spontanen Aktion im Jahr 1952, als die Besatzung eines WB-29-Bombers der US Air Force, der über der Insel Kapingamarangi flog, dazu inspiriert wurde, einen „Weihnachtsabwurf“ für die Insulaner zu organisieren. Sie warfen eine, mit lebenswichtigen Gütern gefüllte, Behelfskiste an einem Fallschirm über der Insel ab. Dieser Akt der Güte erwuchs zu einer alljährlichen Tradition und wurde schließlich als „Operation Christmas Drop“ bekannt.

Jedes Jahr in der Weihnachtszeit sammeln Freiwillige der Anderson Air Force Base auf Guam Spenden. Darunter befinden sich Schulsachen, Kleidung, Haushaltsgegenstände, Spielzeug, Reis und Fischernetze. Die benötigten Güter werden an Tausende Bewohner geliefert, die auf mehr als 50 Inseln im Pazifik leben. Die abgeschiedene Lage dieser Inseln macht den Zugang zu solchen grundlegenden Versorgungsgütern oft schwierig. Luftbrücken bringen nicht nur Hilfe, sondern auch ein Zeichen der Hoffnung und Verbundenheit mit der Außenwelt.

Das Rufzeichen ist „Santa 23“

Die Luftfrachtoperation wird von den C-130 Hercules Transportflugzeugen durchgeführt, die strategisch über die Mikronesien-Region verteilt werden. Die genaue Durchführung der Mission setzt präzise Flug- und Abwurftechniken voraus, da es darum geht, die Pakete sicher und genau zu den winzigen Inseln zu bringen. Dies bietet gleichzeitig ein wertvolles Training für die Piloten und ihre Crews, welches in der Kriegsführung oder bei der Verteilung von Hilfsgütern im Katastrophenfall von Bedeutung ist. Das Rufzeichen des Flugzeugs lautet dann immer »Santa 23«. 

Mehr als die materielle Unterstützung symbolisiert die Operation Christmas Drop den Geist des globalen Gemeinsinns und der Zusammenarbeit. Über die Jahrzehnte haben sich die Beziehungen zwischen der US Air Force und den Inselgemeinschaften gefestigt und gezeigt, wie verbindend humanitäre Aktionen sein können. Die Bewohner der Inseln erwarten die jährliche Weihnachtsabwurfaktion voller Vorfreude, und für viele von ihnen ist dies ein Höhepunkt des Jahres.

Weihnachtsfreude über dem Pazifik: Operation Christmas Drop

Die Operation Christmas Drop ist im Laufe der Jahre zu einer vereinten Anstrengung geworden, die Unterstützung von lokalen Bewohnern, Unternehmen, Schulen und internationalen Organisationen erhält. Es ist ein Beispiel dafür, wie Zielstrebigkeit und Kooperationsgeist die Grundlage für eine der einzigartigen humanitären Operationen der Welt geschaffen haben.

Während die Operation Christmas Drop möglicherweise nicht die Bekanntheit mancher globalen wohltätigen Kampagnen hat, bleibt ihre fortwährende Durchführung ein leuchtendes Beispiel für internationale Zusammenarbeit und die Freude am Geben. Indem sie jedes Jahr Weihnachtsfreude über den Pazifik fliegen lässt, verkörpert diese Operation den wahren Geist der Feiertage und hält die Flamme der Hoffnung und des guten Willens lebendig.