Was essen bei Sodbrennen? Lebensmittel und Ernährung

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Was essen bei Sodbrennen
Foto: eddows // Adobe Stock

Sodbrennen, ein unangenehmes und oft schmerzhaftes Brennen hinter dem Brustbein, das bis in den Hals ausstrahlen kann, betrifft viele Menschen und kann sowohl gelegentlich als auch chronisch auftreten. Aber die entscheidende Frage lautet: „Was essen bei Sodbrennen?“ Tatsächlich gibt es einige Tipps, die sich positiv auf die Beschwerden auswirken können.

Inhalt: 

 

Ursachen und Mechanismen von Sodbrennen

Sodbrennen entsteht durch den Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre, auch bekannt als gastroösophagealer Reflux. Dies geschieht in der Regel, wenn der untere Ösophagussphinkter, der Muskel, der den Magen von der Speiseröhre trennt, nicht richtig schließt. Einige Faktoren können diesen Zustand verschlimmern oder auslösen:

  • Übermäßiger Magendruck: Bedingt durch große Mahlzeiten, Übergewicht oder Schwangerschaft
  • Schwäche des Schließmuskels: Bestimmte Lebensmittel und Medikamente können den Muskel entspannen aber auch anspannen
  • Stress und falsche Essgewohnheiten: Schnelles Essen und hohe Stresslevel können die Produktion von Magensäure erhöhen

 

Was essen gegen Sodbrennen: Ernährungsgrundlagen

Eine gezielte Anpassung der Ernährung ist der Schlüssel zur Linderung von Sodbrennen. Hier sind einige grundlegende Richtlinien, die helfen können:

  • Fettarme Lebensmittel: Eine fettreiche Ernährung kann den Verdauungsprozess verlangsamen und die Säureproduktion erhöhen. Mageres Fleisch, fettarme Milchprodukte und pflanzliche Fette können in Maßen gegessen werden.
  • Vermeidung von säurehaltigen und scharf gewürzten Speisen: Lebensmittel wie Zitrusfrüchte, Tomaten, scharfe Gewürze und scharf gewürzte Speisen erhöhen die Säureproduktion im Magen und können Reflux verschlimmern.
  • Mahlzeitengröße und -häufigkeit: Viele kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt sind besser als wenige große Mahlzeiten, die den Magen überlasten.
  • Kombination von Nahrungsmitteln: Kombinationen von fettarmen Proteinen und komplexen Kohlenhydraten können helfen, den Magen ruhig zu halten.

 

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Lebensmittel bei Sodbrennen

Die Auswahl der richtigen Lebensmittel ist entscheidend, um die Symptome von Sodbrennen zu vermeiden oder zu lindern. Hier sind einige Kategorien und konkrete Lebensmittel, die gut verträglich sind:

  • Fettreduziertes Eiweiß: Hähnchen, Putenfleisch und magerer Fisch sind proteinreiche Lebensmittel, die leicht verdaulich und weniger wahrscheinlich Reflux auslösen.
  • Schonendes Gemüse: Gemüse wie Brokkoli, Karotten, grüne Bohnen und Spargel sind mild und weniger säurebildend.
  • Obst mit wenig Säure: Bananen, Melonen und Äpfel (ohne Schale) sind gute Optionen.
  • Milde Milchprodukte: Joghurt (besonders mit Probiotika), Quark und fettarme Milchprodukte sind allgemein gut verträglich.
  • Vollkornprodukte: Vollkornnudeln, -reis und -brot liefern Ballaststoffe und sind gut für die Verdauung.

 

Getränke bei Sodbrennen

Die Wahl der Getränke spielt eine erhebliche Rolle. Diese sollten den Magen nicht zusätzlich reizen und keine übermäßige Säurebildung fördern:

  • Wasser: Das ideale Getränk, um den Magen zu beruhigen und hydratisiert zu bleiben.
  • Kräutertee: Insbesondere Kamille, Fenchel und Ingwertee sind magenfreundlich.
  • Vermeiden: Kaffee, koffeinhaltige Softdrinks, kohlensäurehaltige Getränke und alkoholische Getränke wie Rotwein und Bier, da sie die Säureproduktion anregen können.

 

Was essen gegen Sodbrennen: Tipps und Tricks

Hier sind einige einfache, gesunde Snacks und Mahlzeittipps, um Sodbrennen zu reduzieren:

Frühstück:

  • Vollkornbrot mit fettarmem Käse oder Putenbrust
  • Haferflocken mit fettarmer Milch und Obst wie Banane oder Beeren
  • Ein Glas Wasser oder Kräutertee (z.B. Kamille oder Fenchel)

Mittagessen:

  • Gegrillte Hähnchenbrust oder Putenbrust mit gedünstetem Gemüse (z.B. Brokkoli, Zucchini, Karotten)
  • Eine Portion Vollkornreis oder Quinoa
  • Naturjoghurt als Dessert

Nachmittagssnack:

  • Eine Handvoll Mandeln, aber in Maßen, da sie auch leicht Fette enthalten, die die Säureproduktion anregen können
  • Ein Apfel, sofern gut verträglich

Abendessen:

  • Leichte Gemüsesuppe (stark gewürzte oder säurehaltige Suppen vermeiden)
  • Fischfilet oder mageres Fleisch, gegrillt oder gedünstet, mit einer leichten Beilage wie gedünstetem Gemüse
  • Eine kleine Portion Vollkornnudeln mit etwas Olivenöl

 

Weitere Ernährungstipps und Lebensgewohnheiten

Einige Anpassungen in den Lebensgewohnheiten können ebenfalls dabei helfen, Sodbrennen zu verhindern:

  • Schlafposition: Je höher der Oberkörper beim Schlafen liegt, umso mehr wird der Rückfluss von Magensäure verhindert.
  • Zeitliche Essensplanung: Direkt vor dem Schlafengehen zu essen sollte vermieden werden. Die letzte Mahlzeit sollte mindestens zwei bis drei Stunden davor eingenommen werden.
  • Gut kauen: Langsames und gründliches Kauen reduziert den Verdauungsaufwand für den Magen.
  • Stressreduzierung: Methoden zur Stressbewältigung wie Yoga und Meditation, um die Magensäureproduktion zu kontrollieren, können akut helfen.
  • Gewichtskontrolle: Übergewicht erhöht den Druck auf den Magen und kann so den Reflux fördern.

 

Langfristige Ernährung und Lebensstiländerungen

Langfristige Ernährung und Lebensstiländerungen können maßgeblich dazu beitragen, die Häufigkeit und Schwere von Sodbrennen zu reduzieren:

  • Ernährungsumstellung: Eine insgesamt fettarme, ausgewogene Ernährung, die reich an ballaststoffreichen Lebensmitteln ist
  • Regelmäßige Bewegung: Unterstützt die Verdauung und hilft bei der Gewichtskontrolle
  • Rauchen vermeiden: Rauchen kann den unteren Ösophagussphinkter schwächen und das Risiko für Reflux erhöhen.
  • Hydration: Ausreichend Wasser trinken ist wichtig, um den Magen zu spülen und die Verdauung zu unterstützen.

 

Individuelle Verträglichkeit und Anpassungen

Nicht alle Menschen reagieren gleich auf bestimmte Lebensmittel und Getränke. Einige Betroffene finden, dass sogar allgemein empfohlene Lebensmittel Beschwerden hervorrufen. Jeder Mensch reagiert etwas anders: Daher kann es sinnvoll sein, ein Ernährungstagebuch zu führen, um individuelle Auslöser zu identifizieren und die Ernährung entsprechend anzupassen.

 

Rolle der Probiotika und Ballaststoffe

Probiotika spielen eine wichtige Rolle bei der Unterstützung der Magen-Darm-Gesundheit. Sie fördern das Gleichgewicht der Magenflora und können helfen, die Verdauung zu regulieren:

  • Joghurt: Naturjoghurt oder probiotischen Joghurt können helfen, die Magen-Darm-Gesundheit zu unterstützen.
  • Kefir: Eine Alternative zu Joghurt, die ebenfalls reich an Probiotika ist.

Ballaststoffe helfen bei der Regulation der Verdauung und verhindern Verstopfungen, die den Reflux begünstigen können:

  • Vollkornprodukte: Vollkornbrot, Vollkornreis und Vollkornnudeln.
  • Hülsenfrüchte: Bohnen, Linsen und Erbsen.
  • Gemüse und Früchte: Reich an Ballaststoffen und sollten in der täglichen Ernährung nicht fehlen.

 

Naturheilmittel gegen Sodbrennen:

Neben der Anpassung der Ernährung und des Lebensstils können auch Naturheilmittel helfen:

  • Ingwer: In Maßen eingesetzt, kann Ingwer beruhigend auf den Magen wirken.
  • Apfelessig: Einige Menschen schwören auf einen Esslöffel Apfelessig in Wasser vor den Mahlzeiten, um die Magensäure zu regulieren.
  • Aloe Vera Saft: Kann beruhigend auf die Speiseröhre wirken und Sodbrennen lindern.

Verdauungsenzyme helfen, Nahrungsmittel effizienter zu zerlegen und können somit Sodbrennen reduzieren:

  • Ananas: Enthält Bromelain, ein Enzym, das bei der Verdauung helfen kann.
  • Papaya: Enthält Papain, ein weiteres Enzym, das die Verdauung fördert.

 

Die Beziehung zwischen Sodbrennen und anderen Gesundheitsbeschwerden

Sodbrennen kann auch ein Symptom anderer Gesundheitsstörungen sein und sollte daher nicht immer nur isoliert betrachtet werden:

  • Gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD): Chronisches Sodbrennen kann ein Zeichen für GERD sein und bedarf medizinischer Behandlung.
  • Hiatushernie: Eine Erkrankung, bei der ein Teil des Magens durch das Zwerchfell in die Brusthöhle reicht, kann ebenfalls zu Sodbrennen führen.
  • Schwangerschaft: Hormone und Druck auf den Magen durch das wachsende Baby können zu Sodbrennen führen. Anpassungen in der Ernährung sind hier besonders wichtig.

 

Fazit: Was essen bei Sodbrennen?

Eine gezielte und gut durchdachte Anpassung der Ernährung kann maßgeblich dazu beitragen, Sodbrennen zu verhindern oder zu lindern. Durch die bewusste Auswahl von Lebensmitteln, die den Magen nicht reizen, und durch die Integration von gesunden Essgewohnheiten können Betroffene ihren Lebenskomfort signifikant verbessern. Die Auswahl der richtigen Lebensmittel bei Sodbrennen, unterstützt durch einen angepassten Lebensstil, ist der Schlüssel zu einer deutlichen Reduktion der Beschwerden und einer besseren Lebensqualität. Ein ganzheitlicher Ansatz, der Ernährung, Lebensstilveränderungen und möglicherweise auch Naturheilmittel umfasst, bietet die besten Chancen, Sodbrennen dauerhaft in den Griff zu bekommen.

 

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